Sind Kathys anfälliger?

Fragen zu kranken oder verletzten Tieren
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raptor49
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Sind Kathys anfälliger?

Beitragvon raptor49 » 03 Jul 2016 13:06

Sind Kathys anfälliger?

Mahlzeit. Ich bewege mich hier ja auch schon ne weile, in anderen Foren und auf FB ebenso. Immer wieder muss man hier und anderswo tragische Geschichten von kranken Kathys lesen und im worst case auch die Todesnachricht.

Ich habe mich schon mit Kahthys beschäftigt, da stand noch nicht einmal fest, ob das die richtigen Geier für mich sind. Eines fällt mir immer wieder auf:

Die Krankheitsgeschichten scheinen sich alle immer zu gleichen. Woran liegt das? Sind Kathys Genetisch anfälliger? Liegts an der Haltung (Käfig / Voliere)? Ernährung? Im normalfall würde ich eher die Mega überzüchteten und großteils falsch gehaltenen und noch falscher ernährten Wellis als Parade bsp verwenden. Aber in den letzten paar Jahren fällt mir auf, das es eben immer mehr Berichte zu Kathys gibt. An der weiteren Verbreitung als noch vor 10-15 Jahren wird das sicher auch liegen.

Vor 15 Jahren waren Kathys selbst auf Börsen im Norden noch sowas wie eine Rarität. Mittlerweile findet man sehr viele Leute die vom Kathy Virus befallen sind.

Ist es der normale Lauf der Natur, täuscht mich der Eindruck?
Der mit dem Geier tanzt.

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geierlady
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Re: Sind Kathys anfälliger?

Beitragvon geierlady » 03 Jul 2016 20:38

raptor49 hat geschrieben:Die Krankheitsgeschichten scheinen sich alle immer zu gleichen.

Welche Gleichheiten in den Krankengeschichten siehst du? Kannst du sie konkret benennen?
raptor49 hat geschrieben: Woran liegt das? Sind Kathys Genetisch anfälliger?

Das glaube ich nicht.
Ich bin aber überzeugt, dass all unsere gefiederten Mitbewohner anfälliger sind als vor 30 - 40 Jahren.
Sittiche sind zu billig in Deutschland. Sie werden überzüchtet, und der einzelne wird beim Großzüchter oder im Zoogeschäft nicht sorgfältig genung ernährt und gepflegt. Darin sehe ich das Problem. :(

Generell sind (besonders einjährige) Kathi-Hennen störanfällig bei der Eiablage.
Auch die Leber ist eine Problemzone.
Ansonsten lese ich hier über Megas, PBFD und Tumoren eher weniger als in anderen Vogelforen.
Viele Grüße
geierlady
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Coco Chanel
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Re: Sind Kathys anfälliger?

Beitragvon Coco Chanel » 04 Jul 2016 13:54

Vielleicht schreiben wir hier, wie unsere Kathis gestorben sind oder eröffnen eine Umfrage mit Antwortmöglichkeiten und Beschreibung?

Eine Henne (*2008-2015) lag morgens überraschend tot in der Korkröhre. Sie war die Tage ein bisschen unruhig, als suchte sie ein Nest zum Eierlegen, nahm aber die gebotenen Möglichkeiten nicht an und lag "urplötzlich, wie gesagt in der Korkröhre. Da sie mehrere Wochen zuvor im nassen Zustand (nach dem Duschen) gegen das Fenster flog, vermute ich da einen Zusammenhang.

Eine andere Henne (*2012-2016) hatte schon über 4 Jahre versucht, Nachwuchs zu bekommen, die befruchteten Eier entwickelten sich aber nicht mehr weiter ab einem gewissen Zeitpunkt. In diesem Frühjahr lag sie dann tot im Brutkasten, ohne irgendwelche Anzeichen von Legenot. Sie hatte insgesamt 4 Eier über einen Zeitraum von mehren Tagen gelegt. Ich habe den Bauch abgetastet und nichts gefühlt.

Einen Hahn (*2012-2016) musste ich wegen Tumoren in den Beinen einschläfern lassen.
:D

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raptor49
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Re: Sind Kathys anfälliger?

Beitragvon raptor49 » 04 Jul 2016 16:56

geierlady hat geschrieben:Welche Gleichheiten in den Krankengeschichten siehst du? Kannst du sie konkret benennen?


Ich sag mal klar "Innere Angelegenheiten" die eher mit sehr genauer und Gründlicher Untersuchung zu erkennen sind. Aber genau hier fängt das Problem an. Ich denke Legenot dürfte bei Kathys auch mitunter ein größeres Problem darstellen.
Der mit dem Geier tanzt.

lisa2691
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Re: Sind Kathys anfälliger?

Beitragvon lisa2691 » 04 Jul 2016 17:14

Ich denke, dass hier die Wahrnehmung etwas verzerrt wird. Denn natürlich tauchen in Foren erst mal überproportional viele (gesundheitliche) Probleme auf, denn gerade dann benötigt man ja nun mal Rat.
Außerdem kommt für mich noch dazu, dass ich vermute dass prozentual mehr Kathi-Halter hier unterwegs sind als z.B. Welli-Halter (oder Nymphen etc.) in anderen Foren. Kathis werden einfach weniger gehalten, die Haltung ist etwas aufwendiger als bei einigen anderen Geierchen und damit Problemanfälliger.
Natürlich wäre es aber sehr interessant ob sich objektiv feststellen lässt, ob es wirklich einen bestimmten "Problemherd" bei Kathis gibt.

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Jenny
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Re: Sind Kathys anfälliger?

Beitragvon Jenny » 04 Jul 2016 18:33

Ich find Angelas Idee nicht schlecht, mal eine "Todesursachenstatistik" anzugehen. Einen repräsentativen wissenschaftlichen Anspruch werden wir damit sicherlich nicht erreichen, aber ich denke, dass wir doch einige Erkenntnisse daraus ziehen können. Und wer weiß, vielleicht helfen wir am Ende nicht noch jemandem, frühzeitig eine Krankheit/Gefahr zu erkennen?
Ich weiß, dass es hierzu schon bei birds-online detaillierte Beschreibungen gibt, aber so hätten wir noch einen statistischen Aspekt dabei.

Yoda (Henne, 2009-2016)
Verausgabte sich beim Eierlegen. Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, waren es 9 Eier in zwei Monaten, davon 4 in der Woche vor ihrem Tod. Wir waren mit ihr mehrmals beim Tierarzt. Extra Kalium- und Vitamingaben haben leider nicht geholfen. Eifutter mit Sonnenblumenkernen zum Aufpäppeln wurden leider nicht so gut angenommen.

Yoshi (Henne, 2015-2016)
Kaum 10 Monate alt und vermutlich gerade erst die Geschlechtsreife erlangt, starb sie (an Legenot?) beim Legen ihres zweiten Eis. Sie war topfit, kräftig, fraß gut, total verspielt (also quasi noch ein Küken), ging freudig auf die Begattungsaktivitäten von Kiwi (Hahn) ein... Ich vermute, sie war einfach noch nicht bereit dazu. Bei der Eiablage gab es keinerlei Anzeichen darauf, dass sie Probleme hatte. Sie hielt sich ganz ruhig am Volierenboden auf und hörte dann einfach auf zu leben.
Viele Grüße,

Jenny mit Bilbo, Kiwi, Muffin und Pepper
Und immer bei uns: Yoda , Yoshi, Blue

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Re: Sind Kathys anfälliger?

Beitragvon geierlady » 04 Jul 2016 19:22

Janosch, (Hahn, 2011 - 2015)
starb trotz bester vogelmedizinischer Versorgung an einer inneren Krankheit, die mit den Bild gebenden diagnostischen Verfahren wegen seiner geringen Größe nicht dargestellt werden konnte.
Ich vermute ein genetisches Problem, da auch sein Bruder, den eine andere Foren-Userin gekauft hatte, ebenfalls in jungen Jahren an einer mysteriösen inneren Erkrankung starb.
(Hier treffen Raptor's Vermutungen genau zu.)
Viele Grüße
geierlady
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Re: Sind Kathys anfälliger?

Beitragvon Elpida » 04 Jul 2016 20:37

Interessant wäre noch, bei der Statistik die Farbschläge dazu zu schreiben. Denn nach meiner Theorie sind besonders Inos gesundheitlich nicht so robust.

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Re: Sind Kathys anfälliger?

Beitragvon snoere » 04 Jul 2016 20:49

lisa2691 hat geschrieben:Ich denke, dass hier die Wahrnehmung etwas verzerrt wird. Denn natürlich tauchen in Foren erst mal überproportional viele (gesundheitliche) Probleme auf, denn gerade dann benötigt man ja nun mal Rat.


Das sehe ich genau so. Solange alles gut läuft, melden sich die wenigsten.

Ich kann mich über die Gesundheit meiner Vögel nicht beklagen. Ganz im Gegenteil, ich finde eigentlich, dass sie ein sehr robustes Völkchen sind. Abgesehen von der Tragödie im Jahr 2012, die mehr als 15 Vögeln das Leben gekostet hat (bis heute ist die tatsächliche Todesursache unklar, aber dort traf es jung und alt, bis dato gesund oder angeschlagen ... ) leben die Vögel hier recht lange.

Ich schau mal grad nach:

Meine momentan 29 Katharinasittiche sind alt wie folgt:

[bei einigen lässt sich das genaue Alter nicht feststellen, da sie Fundvögel sind oder es einfach niemand weiß, dann sind das Schätzungen + die Jahre, die sie hier leben; und ich schreibe *oder älter* dahinter]

13 Jahre: 3
11 Jahre: 2
8 Jahre (oder älter): 5
7 Jahre (oder älter): 8
5 Jahre: 3
4 Jahre: 2
3 Jahre (oder älter): 2
2 Jahre (oder älter): 4 (meine drei eigenen Nachzuchten aus 2014 sowie ein Fundtier)

Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung für Hähne von 10 Jahren, für Hennen von etwa 8 Jahren sind die schon ganz gut dabei, denke ich. Fast zwei Drittel der Tiere sind älter als 7 Jahre.
Hinzu kommt, dass einige der Tiere in wirklich desolatem Zustand zu uns kommen. z.B. eine 11-jährige Henne (Leberschaden, vermutlich auch die Nieren angeschlagen), die sich inzwischen dennoch wieder bester Gesundheit erfreut. Aber natürlich gibt es auch viele Vögel, die gesund hier eintreffen, das sei auch erwähnt!
Alle meine Tiere - bis auf meine drei Nachzuchten - sind Abgabetiere.

Nun zu den Todesfällen der vergangenen Jahre:

- Hahn, 2011 - 2015, kam 2015 in extrem schlechten Zustand hier an. Massiver Nierenschaden. Wir konnten nichts mehr für ihn tun, er starb wenige Tage nach Einzug.
- Hahn, 2010 - 2015, kam 2015 zu uns. Vorgeschichte mit Krämpfen bekannt, vermutlich eine 'Nervengeschichte', verstarb an einer der Krämpfe
- Hahn, 2010 - 2015, kam 2014 zu uns. Völlig gesund. Tod nach 'Night fright' durch Genickbruch.
- Henne, 2001 - 2015, kam 2009 zu uns. Altersschwäche.
- Hahn, 2009 - 2014, kam 2014 zu uns. Zustand katastrophal, extrem klein (keine 30 g), unterernährt, Gefieder extrem schlecht, flugunfähig. Er hat es noch nicht einmal zum Tierarzt geschafft. :(
- Hahn, 2011 (?) - 2014, kam 2014 zu uns. Zustand gut, sehr schöner, kräftiger Vogel. Starb durch Fremdkörper in der Lunge.
- Hahn, 2005 - 2014, kam 2013 zu uns. Altersschwäche.
- Henne, 2002 - 2014, kam 2013 zu uns. Altersschwäche.
- Henne, 2005 - 2013, kam 2011 zu uns, Rupfer, schlechter Allgemeinzustand, jahrelange Einzelhaltung. Altersschwäche

Davor habe ich über ein Jahr lang keine Vögel aufgenommen, wegen der oben erwähnten Katastrophe.

Das sind sicherlich eine Menge Todesfälle, aber nicht übermäßig viele mit auffälligem Befund, würde ich sagen. 4 starben an Altersschwäche, 2 durch einen Unfall.

Die größten Gefahren, die ich sehe, sind:
1. Ernährungsfehler: zu viel, zu fett, hier noch ne Zuckerstange, dort noch Sonnenblumenkerne. Das geht auf Dauer auf die Organe, und die spielen irgendwann nicht mehr mit.
2. zu wenig Bewegung: es werden zu wenige Anreize geschaffen, sich zu bewegen. Der Napf ist immer voll und hängt nur eine Schnabelbreite vom Vogel entfernt. Warum sollte sich ein verfressenes Tierchen wie ein Katharinasittich überhaupt noch bewegen. Auch hier sind die Folge Übergewicht und Organschäden.
2. Farbzuchten auf *Teufel komm raus*. Wie auch beim Wellensittich nehmen in den letzten Jahren die Zahl der Tumorerkrankungen zu. Das ist meist eine - vermeidbare - Folge von Farbzuchten. Solange hier aber Nachfrage besteht, wird sich daran auch nichts ändern. Es ist schon mehr als auffällig, wie einem Vermittlungstiere in den Farben *Ino* und *Grauflügel* quasi aus den Händen gerissen werden, während normale grüne oder auch türkisfarbene Sittiche oftmals monatelang warten müssen. Das ist traurig, spiegelt aber den "Bedarf" wider.

Gruß,
Siggi

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raptor49
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Re: Sind Kathys anfälliger?

Beitragvon raptor49 » 05 Jul 2016 06:10

snoere hat geschrieben:
2. Farbzuchten auf *Teufel komm raus*. Wie auch beim Wellensittich nehmen in den letzten Jahren die Zahl der Tumorerkrankungen zu. Das ist meist eine - vermeidbare - Folge von Farbzuchten. Solange hier aber Nachfrage besteht, wird sich daran auch nichts ändern. Es ist schon mehr als auffällig, wie einem Vermittlungstiere in den Farben *Ino* und *Grauflügel* quasi aus den Händen gerissen werden, während normale grüne oder auch türkisfarbene Sittiche oftmals monatelang warten müssen. Das ist traurig, spiegelt aber den "Bedarf" wider.

Gruß,


Müssten dann aber nicht auch ua von Sperlingspapas, Kanarien und von vielen Prachtfinken Arten Tiere betroffen sein? Bei den genannten hatte ich in all den Jahren nie den Eindruck, es könnte damit zusammen hängen.

Oder es liegt daran, das Probleme und Todesfälle weniger Öffentlich gemacht werden. Von meinen Wellis starb einer an einen Tumor im Bauch. Die anderen am Alter.
Der mit dem Geier tanzt.


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