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Keimfutter

Das ganze Jahr über kann Keimfutter zur Verfügung gestellt werden. Aber insbesondere in der Brutzeit, während der Jungenaufzucht und im Winter ist dies Futter eine willkommene und gesunde Abwechslung im Speiseplan der Katharinasittiche. Die Keimlinge sind wahre Nährstoffbomben, reich an Mineralien, Proteinen und Vitaminen. Vom nur leicht gequollenen Samen bis zum zwei Zentimeter großen Keimling wird alles angeboten und gerne gefressen. Gerade die gequollenen Saaten sind für kranke und schwache Tiere gut geeignet, weil harte Schalen aufgebrochen und aufgrund des gestarteten Keimvorgangs die Samen besonders bekömmlich sind.

Wichtig bei der Herstellung von Keimfutter ist penible Hygiene, denn allzu schnell verpilzen die gequollenen Samen und Keime oder verderben durch Bakterienbefall. Die Gerätschaften, die zur Keimung der Saaten benutzt werden, müssen daher täglich ausgiebig gereinigt werden. Dazu können Sie heißes Wasser und verdünnte Essigessenz verwenden.

Zur Herstellung von Keimfutter kann man ein herkömmliches Keimsilo verwenden. Aber auch ein einfaches Kunststoffsieb und eine kleine Schüssel erfüllen den gleichen Zweck. Eine Futtermischung (spezielles Keimfutter oder eigene Mischungen) oder Einzelsaaten werden zunächst in einem feinmaschigen Sieb unter fließendem Wasser gewaschen. Die feuchten Körner werden dann in eine Schale des Keimsilos befördert, so dass der Boden nicht vollständig bedeckt ist. Anschließend wird in die obere Schale Wasser eingefüllt, welches langsam durch alle Schalen läuft und somit alle Körner ausreichend benetzt. Das ganze stellt man nun bei Zimmertemperatur an einen dunklen Ort. Alternativ kann man die Saaten auch in dem Sieb belassen und über der Schüssel lagern.

Keimfutter
Keimsilo mit gekeimten Saaten.

Keimfutter
Ein einfaches Kunststoffsieb und eine Plastikschüssel dienen als Keimapparat.

Nach 12 Stunden werden die Körner erneut im Sieb gewaschen. Das so gewonnene Quellfutter kann bereits verfüttert werden und wird z. B. für kranke, sehr junge oder sehr alte Vögel empfohlen. Natürlich wird es aber auch von allen anderen Katharinasittichen gerne gefressen.
Der Fortschritt des Quellvorgangs ist abhängig von der Größe und Schalenhärte der verwendeten Saaten. So brauchen Sonnenblumenkerne bis zu 24 Stunden, um aufzuquellen, wohingegen die meisten Hirsesorten nach 12 Stunden bereits die ersten Keimansätze zeigen.

Um Keimfutter, also Keimlinge, zu erhalten, lässt man die Sämereien einfach noch 12 bis 36 Stunden länger keimen. Wichtig ist nur, dass regelmäßig gewässert und gewaschen wird. Nur so bleibt das Keimfutter frisch und verdirbt nicht.

Keimfutter
Nach 48 Stunden Keimung: Eine Futtermischung aus Hafer, Mungobohnen, Kardi und Milo.

Aus der Voliere/dem Käfig sollte das angebotene Keimfutter dann auch spätestens nach etwa sechs Stunden entfernt und entsorgt werden. Wenn man nach einiger Zeit abschätzen kann, wie viel die Sittiche in kurzer Zeit von dem Futter fressen, kann man die Menge entsprechend anpassen. So wird automatisch verhindert, dass Reste verderben.

Ich verwende hauptsächlich verschiedene Keimfuttermischungen, die fertig gemischt beim Händler angeboten werden. Selbstverständlich kann man aber auch andere Saaten zum Keimen bringen und anbieten, wie diverse Hirsesorten, Sonnenblumenkerne, Mungobohnen oder Hafer. Wichtig ist, dass die Saaten keimfähig sind. Denn nicht intakte oder tote Samen vergammeln nur anstatt zu keimen und können so eine komplette Charge an Keimfutter verderben.

Keimfutter Hirsekeimlinge sind eine willkommene Abwechslung im Speiseplan der Katharinasittiche.

Leinsaat eignet sich nicht zur Herstellung von Keimfutter, da sie in Verbidung mit Wasser zu starker Schleimbildung neigt. Dies behindert den Keimvorgang erheblich.

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