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Jetzt erhältlich - das Katharinasittichfarbschlagposter!

Farbschläge

Außer der grünen Nominatform des Katharinasittichs sind inzwischen zahlreiche Farbmutationen bekannt. Dabei war die erste bekannt gewordene Variante ein 1958 in Kalifornien (USA) gezüchteter zimtfarbener Katharinasittich. Bis heute ist die Zimtmutation bei dem Katharinasittich jedoch nicht gefestigt. Auch in den letzten Jahren sind keine Bilder zimtfarbener Katharinasittiche aufgetaucht. Nach de Grahl (1974) hat dieser Vogel einen weißen Schnabel und helle Füße. Die Gefiederzeichnung, die beim Katharinasittich normalerweise tiefschwarz ist, ist stark aufgehellt und eher ein zartes Hellbraun. Die grüne Grundfarbe geht in ein gelbliches Grün über. Die Jungtiere haben tiefrote Augen, nicht so hellrot wie die Inos, aber deutlich von den dunklen Augen der wildfarbenen Küken zu unterscheiden. Die Augenfarbe dunkelt mit der Zeit nach, so dass sie bald aussehen wie der wildfarbenen Tiere. Nur bei bestimmtem Lichteinfall kann man noch einen tiefroten Schimmer erkennen.
Bei den zimtfarbenen Tieren kommt es nicht zu einer Reduktion des Eumelanins, wie dies bei den Inos der Fall ist. Bei der Produktion des Melanins werden diverse Zwischenschritte durchlaufen. Ein Enzym, welches die Vorstufe des Melanins in eine Zwischenstufe umbaut, ist defekt, so dass bei den Zimtern nicht das Endprodukt Eumelanin, sondern lediglich das hellere so genannte Dopachrom (eine Vorstufe des Eumelanins) vorliegt. Oftmals werden Mutationen, welche zu einer scheinbaren Reduktion des Melanins im Gefieder führen, kurz nach deren Erscheinen als Zimtmutation identifiziert. Dabei ist klar definiert, dass Zimter keinerlei Melanin haben, sondern eben nur die braune Vorstufe des Melanins. Alles, was beim wildfarbenen Vogel schwarz ist, ist beim Zimter braun. Des Weiteren wird die Zimtmutation IMMER rezessiv und geschlechtsgebunden vererbt, ein weiteres wichtiges Merkmal der Zimter. Liegt ein anderes Vererbungsschema vor, sind die Vögel keine Zimter!

Momentan ist mir kein Züchter bekannt, der nachweislich zimtfarbene Katharinasittiche besitzt und/oder züchtet. Verwechselungen mit den Grauflügel-Katharinasittichen (ehemals gesäumt) treten hin und wieder auf, dennoch unterscheidet sich diese Mutation von der Zimtmutation durch etliche Eigenschaften (näher erläutert bei der Mutation Grauflügel). Ob die Zimtmutation also überhaupt noch stabil in mindestens einem Bestand vorliegt, ist aufgrund fehlender Informationen nicht zu beantworten.

Wesentlich bekanntere und in Deutschland inzwischen auch etablierte Farbmutationen sind die blauen bzw. türkisfarbenen (Kalifornien/USA 1958 und Niederlande 1974), gelben (Kanada/USA 1986) und cremefarbenen Farbschläge. 2000 gingen in Belgien gesäumte Vögel aus der Linienzucht hervor. Letztere Mutation wird aufgrund der farbgebenden Federveränderung und deren Definition inzwischen Grauflügel genannt.

Drei Farben
Drei Farbschläge: Lutino, türkis und grün.

Weiterhin sind bereits sporadisch und nur in Linienzucht Gelb- und Weiß-Schecken aufgetreten. Ob es sich dabei tatsächlich um eine Mutation oder doch eher eine Modifikation handelt, ist bis zum heutigen Tage nicht bekannt. Violettfaktorige Katharinasittiche treten sowohl in der Grün- als auch in der Blaureihe auf und vererben ko-dominant. Die aufgehellten Katharinasittiche sind auch unter den Bezeichnungen pastell, falbe oder isabell bekannt. Außerdem existiert ein sogenannter Dunkelfaktor (DF), welcher bei den einzelnen Farbschlägen erneute Variationen ermöglicht.

Zur einfacheren Einschätzung gibt es den Farbschlagrechner, welcher die Nachwuchserwartungen der gängigsten Farbschläge berechnet.

Ein hervorragendes Werk in Buchform ist der Guide to Colour Mutations & Genetics in Parrots von Terry Martin, welches es meines Wissens bisher nur in englischer Sprache gibt. Dort werden kompakt die meisten der momentan bekannten Mutationen bei Papageien vorgestellt, zusammen mit genetischem und anatomischem Hintergrund.

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