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Modifikationen

Schecke

Sporadisch und meist in Linienzucht treten gescheckte Katharinasittiche auf. Bei einigen Tieren beschränkt sich die Scheckung auf den Kopfbereich und ist unsymmetrisch (Ehlenbröker 1994). Bauer (1990) berichtet, dass in seiner Zucht bei einem wildfarbenen Paar bisher in jeder Brut gelbgescheckte Jungtiere fielen. Er ist zudem der Meinung, dass die Scheckung geschlechtsgebunden vererbt wird, da alle diese Vögel Weibchen waren.
Es können zudem Scheckungen der Krallen und/oder Schnäbel auftreten. Einige der gescheckten Hähne sind spalterbig in ino.

Bisher ist die Scheckung des Gefieders beim Katharinasittich nicht als Mutation gefestigt, weshalb sie auch weiterhin als Modifikation anzusehen ist. Zudem scheint es immer wieder Probleme bei der Zucht mit Schecken zu geben. Zum Beispiel zieht ein Paar (beides sogenannte Kopfschecken, der Hahn ist spalterbig in ino) immer wieder Junge, sowohl rot- als auch schwarzäugige, welche jedoch fast nie älter als zwei Wochen werden. Sie zogen erst einen Jungvogel erfolgreich groß, und zwar einen wildfarbenen Hahn.
Für diese These spricht auch, dass zwar von einem Paar öfter Schecken fallen können, auch in unterschiedlichen Gelegen, aber diese dann keinen Nachwuchs aufziehen, aus verschiedenen Gründen: die gescheckten Tiere versterben vor Erreichen der Geschlechtsreife, die Gelege verpaarter Schecken sind steril oder keines der Jungtiere eines fertilen Geleges trägt sichtbar oder verdeckt (bekannt nach Testkreuzungen) eine Scheckung.

Beinahe gleichzeitig wurde das Auftreten zweier blau-weißen Schecken bekannt. Das eine Tier, eine kobaltblau-cremino-gescheckte Henne, fiel aus der Verpaarung eines kobaltblauen Hahnes (spalt in ino) mit einer kobaltblauen Henne. Die Scheckung dieser Henne erstreckt sich über den gesamten Körper. Selbst einzelne Federn sind sowohl blau als auch creme-weiß.

Schecke
Kobaltblau-cremino-gescheckte Katharinasittichhenne.

Der zweite Katharinasittich mit derartigen Scheckungen schlüpfte Mitte des Jahres 2004. Laut Informationen der Catharinaparkieten Studie Groep sind die Farben der Elterntiere türkis (Hahn) und cremino + 1 Dunkelfaktor (Henne). Die Geschlechtsbestimmung dieses Vogels erfolgte per DNA und ergab, dass es sich um einen Hahn handelt.

Schecke
Kobaltblau-cremino-gescheckter Katharinasittichhahn.

Die Farben, die sich im Gefieder dieses Schecken befinden, werden als eine Mischung aus türkis, kobaltblau, cremino und Violettfaktor beschrieben. In der ersten Woche hatte dieser Hahn rote Augen, wie ein Ino. Sie dunkelten mit der Zeit ein wenig nach und sollen jetzt weinrot sein. Außer diesem Vogel fielen noch eine türkisfarbene Henne und 4 kobaltblaue Hähne in dem Sechsergelege.
Weitere Bilder des Schecken finden Sie hier.

Schecke
Grün-gelbe Katharinasittichschecke.

Ein weitere Katharinasittichschecke sitzt bei Foppe Lanenga von der Catharinaparkieten Studie Groep. Der grün-gelb gescheckte Vogel ist von 2001 und fiel aus der Verpaarung: Hahn lutino x Henne grün.
Weitere Bilder des grün-gelben Schecken finden Sie hier.

Es bleibt abzuwarten, ob die Scheckungen dieser Katharinasittiche stabilisiert werden können.

Ein weiteres interessantes Beispiel für einen möglichen Schecken ist die im Folgenden abgebildete Henne, welche aus einer rein wildfarbenen Verpaarung fiel. Keines der beiden Elterntiere weist irgendwelche Spalterbigkeiten auf. Zwei weitere, von diesem Paar großgezogenen Küken, beides Hähne, sind ebenfalls grün. Die Sterblichkeitsrate der Küken diese Paares liegt erstaunlich hoch, meist wird nur ein Jungtier bis zur Selbständigkeit gebracht, die anderen sterben entweder bereits im Ei oder im Alter von 3 bis 7 Tagen.
Die symmetrisch auftretenden gelben Flecken im Gefieder waren besonders deutlich am gerade befiederten Küken zu erkennen. Die Zehen und der Schnabel wiesen ebenfalls Flecken auf. Auch nach der Jugendmauser ist deutlich eine gelbe Verfärbung des Gefieders zu erkennen.

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Gescheckter Jungvogel mit ausgedehnten gelben Federbereichen.

Nach der Jugendmauser und in den folgenden Monaten und Jahren verschwand die gelbe Färbung fast komplett. Lediglich einige Bereiche der Hand- und Armschwingen sowie der Steuerfedern blieben gelblich.

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Nach der Jugendmauser - die Scheckungen sind besonders an den Schwingen gut erkennbar.

Neben den Scheckungen, welche am ganzen Körper verteilt auftreten, gibt es bei den Katharinasittichen noch die so genannten Kopfschecken. Wie der Name schon verrät, sind dort die andersfarbigen Federn lediglich im Kopfbereich - mit wenigen Ausnahmen - zu finden.
Bei vielen dieser Kopfschecken konnte nun im Nachhinein festgestellt werden, dass es sich lediglich um Alterserscheinungen handelt, ähnlich dem Ergrauen des menschlichen Kopfhaares. Denn viele der melaninfreien Federn (also bei Tieren der Grünreihe gelbe Federn und bei Tieren der Blaureihe weiße Federn) traten mit fortschreitendem Alter zunächst vereinzelt, später großflächig auf. Mit jeder neuen Mauser kamen weitere gelbe oder weiße Federn hinzu. Dieses Phänomen wäre bei einer Mutation nicht denkbar.

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Grüner Hahn (11 Jahre) mit gelben und Kobalthenne (8 Jahre) mit weißen Federn.

Weitere Bilder von Kopfschecken finden Sie hier.

Es gibt aber auch Beispiele von Kopfschecken, die sich nicht mit der Alterstheorie erklären lassen. Zum einen sind es teils junge Vögel, zum anderen weisen sie keinen Melaninverlust sondern im Gegenteil eine Wiederherstellung der Melaninproduktion auf. Beispiele hierfür sind die beiden folgenden Tiere.

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Der gelbe Katharinasittichhahn mit den grünen Federn im Kopfbereich (Foto rechts) hat im Jahr 2005 mit einer türkisfarbenen Henne vier Jungtiere erfolgreich aufgezogen. Dabei handelt es sich um vier männliche Tiere, zwei grün, eines türkis und eines kobalt. Somit lässt sich sagen, dass die Lutinoschecke neben einem Dunkelfaktor auch eine Spalterbigkeit für türkis aufweist. Keines der Jungtiere zeigt Scheckungen im Gefieder.
Eine weitere Kopfschecke ist dieses Exemplar, eine Creminokopfschecke.

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Aufgrund der vielen offenen Fragen, welche diese Modifikation noch bietet, freue ich mich über weitere Erfahrungsberichte (z. B. über Erfolge oder auch Probleme bei der Zucht mit gescheckten Katharinasittichen) und Fotos. Bitte wenden Sie sich einfach über das Kontaktformular an mich.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

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