logo english Version

"Maxi & Co." oder "Maxi blieb jedes Mal übrig"

Die Geschichte des Katharinasittichs Maxi, erzählt und bebildert von Claudia Ketzer.

Maxi und Moritz

Im Dezember 2003 kam ich mehr durch Zufall bzw. aufgrund Liebe auf den ersten Blick zu zwei Katharinasittichen. In einem Zoogeschäft habe ich die beiden in einem viel zu kleinen Käfig entdeckt. Eigentlich war ich auf der Suche nach zwei Wellensittichen. Da es keine für mich optisch ansprechenden Tiere gab, entschied ich mich für die Katharinasittiche. Im WP-Magazin gab es einen zweiseitigen Bericht, der mich auf die Vögel aufmerksam gemacht hat. Nach einer Bedenkzeit von einem Wochenende und der Auskunft, dass ein großer eigentlich für einen Nymphensittich vorgesehener Käfig für die beiden ausreicht, habe ich die beiden Vögel zu mir geholt. Sie wurden Maxi (weiblich, ca. 1 Jahr alt, türkis) und Moritz (männlich, ca. 1 Jahr alt, kobaltblau) getauft. Ich hatte jetzt drei Haustiere: Meinen Zwerghasen Jonathan und die beiden Katharinasittiche.

Sie bekamen wie gesagt einen großen Käfig. Nach einigen Tagen Eingewöhnungszeit durften sie auch aus dem Käfig raus. Sie hatten jeden Tag mehrere Stunden Freiflug in der Wohnung bzw. Verweilmöglichkeiten auf dem Kletterspielplatz. Informationsmaterial über diese Vögel war nirgends zu bekommen. Sehr schnell bin ich durch das Internet auf die Internet-Seite www.katharinasittiche.de gestoßen. Sämtliche Informationen und das Forum haben sich als sehr hilfreich erwiesen, denn dadurch habe ich sehr viel über meine kleinen "Mäuse" erfahren. Jeder neue Tag mit Maxi und Moritz brachte neue Erlebnisse. Es ergaben sich sehr schnell Veränderungen bei der Käfigeinrichtung und bei der Ernährung von Maxi und Moritz. Das Futter besorgte ich mir bei Rico`s Futterkiste in Ludwigsburg. Die Umstellung war schwierig, hat aber durch einen Trick - in der linken Napfhälfte bekanntes Futter und in der rechten Napfhälfte neues Futter - sehr gut geklappt. Nachdem beide ca. 1/4 Jahr bei mir waren, erkrankte Moritz. Ein Besuch beim Tierarzt von meinem Zwergkaninchen Jonathan ergab keine sichere Diagnose, da der Tierarzt nicht auf Vögel spezialisiert war. Mir wurde die Tierärztin Dr. Doris Dühr in Böchingen empfohlen. Ein Besuch mit Moritz ergab eine Erkrankung der Atemorgane. Er bekam Medikamente und erholte sich sehr bald wieder. Aufgrund der Erkrankung und der medikamentösen Behandlung wurde Moritz sehr zutraulich und zahm. Er liebte es in der Hand sitzend in der Gegend rum getragen zu werden und genoss die Streicheleinheiten durch mich. Er wollte auch nicht so sehr fliegen, sondern kletterte lieber oder marschierte in der Gegend rum. Es ergaben sich witzige Begegnungen auf dem Fußboden mit Jonathan und auch Suchspiele, da der Teppichboden blau war. Moritz gab ja seinen Standort nicht durch Lautäußerungen preis. Moritz war auch der ruhigere Vogel und Maxi der lebhafte Vogel.

Maxi und Moritz

Die Ernährung war mit einem saatenreichen Körnerfutter ohne Sonnenblumenkerne und reinem Wellensittichfutter sowie roter Kolbenhirse unproblematisch. Allerdings verschmähten sie außer Äpfel jedes andere Obst und Gemüse. Es musste ein Trick her. Und dieser kam natürlich von Siggi. Ich raspelte eine Karotte und einen Apfel auf einen Teller und streute Wellensittichfutter darüber. Danach stellte ich den Teller auf den Tisch und setzte Moritz davor. Moritz hat nun Karotten als essbar getestet und danach ging auch Maxi ohne Probleme an die Karotten. Diese müssen allerdings geraspelt sein. Der Apfel darf als Stück auf dem Fruchtspieß in den Käfig. Ansonsten blieb jeder weitere Obst- und Gemüsetest negativ. Teilweise ergab sich eine Angstreaktion auf die Sachen auf dem Fruchtspieß. Im Herbst testete ich Wildbeeren. Sie wurden ignoriert. Nachdem allerdings die frischen Beeren der Eberesche (Vogelbeere) total vertrocknet und verschrumpelt waren, wurden diese mit Begeisterung im Wassernapf aufgeweicht und in Papageienmanier im Fuß haltend verspeist. Gleiches gilt für die Beeren des Feuerdorn. Allerdings werden die roten Beeren den gelben vorgezogen. Es war einfach toll Maxi und Moritz beim Fressen der Beeren zu beobachten. Mit Vorliebe wurde auch im Wassernapf gebadet und zwar immer im ungünstigsten Moment. D. h., immer dann, wenn gerade Fenster und Balkontür zum Lüften offen waren. Nach dem ersten Zugluft-Bad - hatte zum Glück keine Folgen für Maxi und Moritz - wurde und wird vor dem Lüften nun immer erst die Badebereitschaft der kleinen Geier kontrolliert. Das schöne große Badehaus wurde nicht angenommen.
Am Morgen des 10. April 2005 lag Moritz tot im Käfig und Maxi saß daneben. Ich habe Moritz sofort raus genommen und den Käfig komplett gereinigt und desinfiziert. Maxi ging allerdings mehrere Tage nicht in die Käfigecke, in der Moritz gelegen hatte. Moritz wurde im Garten meiner Eltern begraben.

Maxi und Momo

Ich war nun bemüht einen neuen Partner für Maxi zu finden. Durch www.katharinasittiche.de fand ich einen Züchter in Bruchsal, der auch Tiere zum Abgeben hatte. Zusammen mit meinen Eltern und Maxi im Schlepptau ging es am 19.05.2005 zu dem Züchter nach Bruchsal. Dieser identifizierte Maxi dann erst einmal als Männchen (vom Verhalten her hatte ich dies bereits vermutet) und machte ihn auch etwas älter als gedacht. Maxi ist also ein türkisfarbener Hahn und wurde im Jahr 2001 geboren. Er bekam daraufhin Momo (wildfarben grün, 2003 geboren) als Partnerin. Maxi und Momo haben sich auf Anhieb verstanden. Auf Anraten des Züchters stellte ich in den Käfig eine Nist- und Schlafbox (denn lt. Züchter lieben Katharinasittiche eine Höhle zum Schlafen). Maxi und Moritz haben immer auf der höchsten Sitzstange im Käfig geschlafen. Die Box wurde auch gleich angenommen. Leider waren sich Maxi und Momo so "grün", dass sie beschlossen zu brüten. Momo musste am 17. Mai 2005 von der Tierärztin Dr. Doris Dühr-Bien wegen einer Eileiterentzündung, einem Bauchdeckenbruch und schlechter Verfassung als Folge von Legenot eingeschläfert werden. Sie bekam ebenfalls einen letzten Ruheplatz im Garten meiner Eltern.

Maxi und Kati

Jetzt war guter Rat teuer, und die Suche nach einer Partnerin für Maxi fing von vorne an. Durch Siggi März konnte der Kontakt zur Besitzerin einer kürzlich verwitweten Katharinasittichhenne hergestellt werden. Diese war bereit ihr Tier zu Maxi zu geben. Ende Juni (26.05.2005) holte ich den Vogel in der Nähe von Landshut (Bayern) ab. Es war eine anstrengende Rückfahrt nach Landau in der Pfalz, aber Kati (wildfarben grün, 2003 geboren) hat diese gut überstanden. Zu Hause bekam sie erst einmal einen eigenen Käfig neben dem Käfig von Maxi. Es wurde sofort Rufkontakt aufgenommen. Schon nach 2 Tagen besuchte Maxi Kati in ihrem Käfig. Maxi und Kati haben sich schnell aneinander gewöhnt und nach ca. 14 Tagen sind sie in einen gemeinsamen Käfig gezogen. Kati war natürlich an den Freiflug in der Wohnung nicht gewöhnt und musste dies erst lernen. Ganz schnell hatte sie den Dreh raus und landete überall. Vorsicht war geboten. Maxi wollte ihr natürlich folgen und musste sich erst einmal mit den unterschiedlichen Gegebenheiten der Landeplätze auseinandersetzen. Es klappte nicht immer und dann saß Maxi schmollend und schimpfend auf dem Käfig und Kati auf dem Schrank. Kati hat dann Maxi gerufen und gelockt und irgendwann saßen beide auf dem Schrank. Maxi lernte viel von Kati und umgekehrt.

Leider ergab sich bei Kati ebenfalls eine Legenot, obwohl nach dem Tod von Momo das Nist- und Schlafhaus auf Füße gestellt, eine Sitzstange montiert und der Boden entfernt wurde. Durch das Erlebnis mit Momo war ich allerdings vorgewarnt und brachte Kati gleich zur Tierärztin, als sie sich ungewöhnliche Auffälligkeiten ergaben. Am nächsten Tag (27.07.2005) wurde mein Verdacht von der Tierärztin Dr. Dühr-Bien bestätigt. Kati hatte ein Ei im Bauch. Sie bekam zwei Spritzen um die Eiablage zu beschleunigen. Da ich dem ganzen skeptisch und vor allem unsicher gegenüber stand blieb Kati in dem kleinen Käfig bei der Tierärztin. Sollte Kati das Ei nicht innerhalb der nächsten 2 bis 3 Stunden legen würde die Tierärztin das Ei unter Narkose herausmassieren. Ich saß hoffend und bangend zu Hause bei Maxi und Jonathan. Um 22:30 Uhr rief die Tierärztin an und sagte mir, dass das Ei draußen wäre. Es war schwieriger als gedacht, hatte aber geklappt und Kati ging es den Umständen entsprechend gut. Kati sollte über Nacht bei der Tierärztin bleiben und meine Eltern holten sie am nächsten Morgen ab. Ich schaute natürlich gleich ins Internet um Lösungen für das Problem Legenot zu erfahren. Es gab vier Möglichkeiten, die ich mit der Tierärztin besprechen wollte. Hormonbehandlung, homöopathische Mittel, Bachblütentherapie und Kastration (Entfernung des Legedarms). Am 29.07.2005 sollte ich mit Kati wieder zu der Tierärztin kommen. Ich habe ihr dann meine gefundenen Möglichkeiten geschildert und gefragt, was für Kati die beste Behandlung wäre. Homöopathische Mittel und Bachblütentherapie können funktionieren, müssen aber nicht. Die Kastration kam gar nicht in Frage, da die inneren Organe viel zu winzig sind. Es blieb nur die Hormonbehandlung übrig um weiteren Eiern vorzubeugen. Diese wurde für die Dauer von fünf Wochen ins Auge gefasst. Kati bekam eine Spritze mit einem Drei-Tages-Antibiotika und die erste Behandlung mit Testosteron (einen Tropfen unter den Flügel). Leider war diese Behandlung wohl zu viel für Kati. Am nächsten Morgen, am 30.07.2005, ist Kati in meiner Hand gestorben. Da Kati schon einige Tage in einem kleinen Krankenkäfig saß, bekam Maxi das Geschehene nicht direkt mit. Er zog gleich für einige Tage zu meinen Eltern und dem Nymphensittich "Gigi". Die neue Umgebung sorgte für Abwechslung. Kati wurde neben Moritz und Momo begraben.

Maxi und Kati Maxi (links) und seine Kati

Ich war entsetzt und total traurig. Was habe ich falsch gemacht und was soll ich nun tun? Maxi mit einem artfremden Vogel "vergesellschaften", Maxi alleine lassen oder Maxi abgeben? Der erste Gedanke wurde nach Rücksprache mit Siggi März zerschlagen, denn das ist für keinen der beiden Vögel gut. Der zweite Gedanke ist auch nicht gut, denn alle Tiere brauchen Gesellschaft von ihresgleichen. Der Mensch ist kein guter Ersatz sondern kann nur Partner sein. Der dritte Gedanke war zu schmerzhaft um ihn gleich in die Tat umzusetzen.
Jetzt war Maxi also wieder alleine. Er ist jetzt bei jeder sich bietenden Gelegenheit beim Nymphensittich "Gigi" bei meinen Eltern. Maxi imitiert inzwischen sogar Töne von Gigi und liebt die Autofahrt zu meinen Eltern. Sprachlich verstehen sich Maxi und Gigi ja gar nicht. Zum Glück gibt es aber sonst keine Probleme, solange jeder Vogel seine Rückzugsmöglichkeiten hat. Nach den Problemen mit Momo und Kati wollte ich keinen weiblichen Katharinasittich mehr. Maxi sollte aber auch nicht alleine bleiben, da ich berufstätig bin und Maxi tagsüber alleine ist. Ich kam auf die Idee Maxi mit einem männlichen Vogel seiner Art zu "vergesellschaften". Ist dies möglich? Ich wusste es nicht deshalb fragte ich wieder Siggi um Rat. Siggi März meinte auch, dass ein Versuch probiert werden soll und dies evtl. möglich ist, da Katharinasittiche von ruhigem und friedlichem Wesen sind. Siggi stellte für mich bzw. Maxi eine Suchanzeige ins Forum. So, nun warten wir auf einen passenden Kumpel für Maxi. Auch hier ist www.katharinasittiche.de hoffentlich wieder hilfreich.

Maxi

Maxi bekommt jetzt viele neue Spielplätze in der Wohnung gezeigt, was am besten in den Abendstunden funktioniert. Er ist nämlich sehr neugierig, und es ist witzig ihn bei der Begutachtung seiner Umgebung zu beobachten. Vor allem, wenn er "zu Fuß" unterwegs ist. Sehr interessant findet er den Käfig vom Zwerghasen Jonathan. Da kann man ja so toll klettern und Heuhalme zupfen. Prima findet er auch, dass ich den Vogelspielplatz in die Nische vom Küchenfenster gestellt habe, er schaut gerne zum Fenster raus und ist schnell bei seinem Lieblingsgegenstand "Wasserkocher", mit dem er sich mangels tierischen Gesprächspartners unterhält. Zum Baden lässt er sich inzwischen ins leere Spülbecken setzen und dann kommt die Blumenspritze oder besser gesagt die Vogeldusche zum Einsatz. Nach dem Bad ist er immer eine ganze Weile mit der Gefiederpflege beschäftigt und lässt sich durch nichts und niemand dabei stören. Mit Begeisterung beobachtet er mich übrigens, wenn ich am Esstisch sitzend mit einem Puzzle beschäftigt bin. Er traut sich nicht auf den Tisch, aber der Hals wird immer länger und manches Mal verliert er beinahe das Gleichgewicht. Wenn der Nymphensittich Gigi demnächst wieder zu Besuch kommt, dann wird es wohl wieder lustig werden, denn dieser liebt es kleine Sachen (Geldstücke, Knöpfe, leere Kugelschreiber d. h. ohne Mine, Puzzleteile, Büroklammern und noch vieles mehr, was er mit seinem Schnabel tragen kann) zu stibitzen und in der Gegend rum zu tragen, denn Gigi ist ein begeisterter Läufer. Allerdings sollte man zerbrechliche Sachen, die sich auch noch von einem Vogel leicht schieben lassen nicht rum stehen lassen, Gigi liebt es nämlich Sachen auf den Boden zu werfen und hinterher zu schauen. Gleiches habe ich bei Maxi beobachtet. Allerdings waren es bei Maxi Heuhalme, die von der Arbeitsplatte auf den Boden fielen. Ob Maxi nachgeholfen hat weiß ich nicht, denn ich konnte nur sehen, dass er interessiert auf den Boden geschaut hat. Ich hoffe, dass sich bald ein artgleicher männlicher Partner für Maxi findet, denn ich als Körner- und Futterlieferant bin kein besonders guter Gesprächspartner, da ich die Katharinasittichsprache nun mal nicht sprechen kann.

Landau in der Pfalz, August 2005.
Claudia Ketzer


Maxi
Maxi

Nachtrag, Mitte September 2005

Ich bin bei www.katharinasittiche.de fündig geworden. Herr Henig in Rottendorf (bei Würzburg) hat einen passenden männlichen Katharinasittich, den ich auf dem Rückweg von meinem Urlaub in Eyba (Nähe Saalfeld) am 1. Oktober 2005 abholen kann. Ich habe mich sofort in das Foto von dem kleinen Kerl verliebt und ihm den Namen Hope (engl. für Hoffnung) gegeben. Ich freue mich jetzt erst einmal auf meinen Urlaub und dann auch schon auf Hope für Maxi. Hoffentlich geht alles gut und Maxi verträgt sich mit Hope.

Hope
Hope

Nachtrag, 10. Oktober 2005

Hope

Endlich war es soweit. Am 1. Oktober 2005 habe ich den Katharinasittich Hope
Geschlecht: Männlich (zu 95 %)
Ringfarbe: Blau
Geburtsjahr: 2003
Gefiederfarbe: Mauve
als neuen Partner für Maxi abgeholt. Der erste Kontakt war sehr vielversprechend. Maxi und Hope gingen nicht aufeinander los, sondern nahmen vorsichtig Kontakt zueinander auf. In den ersten Tagen hatte Hope seinen eigenen Käfig und Maxi kam zu Besuch. Maxi war etwas verdutzt, als Hope seine Fütterungsversuche ignorierte. Er hat dies dann aber akzeptiert und nicht weiter versucht. Nach der Eingewöhnungszeit zog Hope in den Käfig von Maxi. Auch in dieser Situation gab es keine Panik und keinen Stress bei Maxi und Hope. Hope hatte allerdings anfangs Probleme mit dem Landen und flog gegen die Wände. Ich bin dann jedes mal mit einen großen Schreck hin und habe den verdutzt drein blickenden Hope vom Boden aufgehoben. Zum Glück hat er sich dabei nie ernsthaft weh getan. Nach einigen Tagen Beobachten aus dem Käfig raus hatte Hope den Dreh heraus und flog nicht mehr gegen die Wände. Ich habe natürlich das Verhalten von Hope und Maxi genau beobachtet und war bei der kleinsten Meinungsverschiedenheit der beiden voller Sorge, Angst und Schreck. Sie kabbeln sich beide, wenn es um den Schlafplatz geht und meistens gibt Hope nach. Hope ist der ruhigere Vogel und Maxi wie immer sehr lebhaft. Wenn es aus dem Käfig raus geht, braucht Hope immer eine ganze Weile. Genauso sieht es mit den Apfelstücken und den geraspelten Karotten aus. Bei der roten Hirse ist Hope allerdings nicht so zaghaft.

Maxi & Hope
Hope und Maxi

Nachtrag, 4. November 2005

Hope & Maxi

Hope ist nun fast fünf Wochen bei Maxi und mir und er lebt noch. Momo und Kati haben diesen Zeitraum ja leider nicht überlebt. Hope geht es gut und er sucht immer die Nähe oder den Rufkontakt mit Maxi. Er hat sich zu einem tollen "Flieger" entwickelt. Er landet überall und kennt sein Flugrevier. Er lässt sich in die Hand nehmen und knabbert an meinen Fingern. Allerdings ist es ihm lieber, wenn ich ihn nicht zu sehr in der "Handhöhle" rum trage. Hinterher gibt es bei Hope immer ein erleichtertes Aufatmen nach dem Motto "sie hat mir nichts getan". Er liebt inzwischen so wie Maxi das Schlafhaus, und ein abgedeckter Heizkörper mit einem kleinen "Vogelauto" ist sein Lieblingsplatz. Maxi hat vor dem Auto Angst und beschäftigt sich lieber mit einer kleinen Motorikschleife, die mal ein Schlüsselanhänger war. Gerne wird auch die Unterlage auf dem Dach des Schlafhauses (Papier von der Küchenrolle) zerrupft. Auf dem Dach haben sie nämlich ihre Spielsachen und den Napf mit den getrockneten Vogelbeeren. Hope muss Maxi sehr viel kraulen, denn Maxi kann sehr gut betteln. Maxi streckt Hope seinen Kopf so sehr unter die Nase, dass Hope gar keine andere Wahl hat als Maxi zu kraulen. Hope ist insgesamt auch etwas größer als Maxi und wiegt 54 g (Maxi nur 52 g).

Hope & Maxi

In den letzten drei Wochen konnte ich zusammen mit meinen Eltern die absolute Fehlprägung bei dem Agaporniden "Speedy" von meiner Schwester beobachten. Speedy war wegen Urlaub zur Pflege bei meinen Eltern untergebracht. Er war immer ziemlich laut und hat dem Nymphensittich Gigi den Platz auf der Schulter von meinem Paps bzw. meiner Mutti immer streitig gemacht. Er wollte auch immer aus seinem Käfig raus und war dann wie eine Klette bei dem jeweils vorhandenen Menschen, wobei mein Paps bevorzugt wurde. Beim Fliegen war er ein von mir so genannter Flap-Flap-Vogel, denn er flog immer nur gerade kurze Strecken. Auch blieben Fütteraktionen der Menschen nicht aus. Alles in allem war Speedy zwar ein lieber und lustiger Kerl aber auch sehr anstrengend. Meine Eltern und Gigi waren sehr froh, als Speedy wieder zu seiner Menschenfamilie zurück kam.
Ich bin auf jeden Fall sehr froh, dass ich mich für einen männlichen Katharinasittich entschieden habe und Maxi sich mit Hope verträgt. So habe ich keine Sorge mehr wegen evtl. wieder auftretender Legenot, Maxi ist nicht mehr alleine und er hat wieder einen Ansprechpartner, mit dem er sich auch sprachlich versteht. Zum Glück hat sich bei Maxi keine Fehlprägung entwickelt. Maxi liebt allerdings immer noch den Platz neben dem Wasserkocher in meiner Küche. So, dies ist der neueste Stand und der glückliche Ausgang der bisher etwas traurigen Geschichte von Maxi.

Kranke Katharinasittiche

Hope ist krank und bei Maxi bin ich mir nicht sicher.
Am Donnerstag (30.04.2006) war Hope ziemlich schläfrig und am Freitag (31.03.2006) habe ich gleich mit der Tierärztin telefoniert. Da sich Hope bezüglich Fressen und Trinken normal verhielt, bekam ich leider erst einen Termin für Montagmorgen.
Am Samstag (01.04.2006) ging ich früh aus dem Haus und kam erst am Abend wieder nach Hause. Morgens sah alles ziemlich normal aus. Maxi und Hope haben noch geschlafen. Abends habe ich dann festgestellt, dass Hope nicht mehr richtig läuft/steht und Maxi etwas "heiser" klang.
Am Sonntagmorgen (02.04.2006) habe ich Maxi nach seiner Flugtour durch die Wohnung "niesen" gehört. Allerdings konnte ich ihn dabei nicht beobachten, weil ich damit beschäftigt war Hope vorsichtig aus der Gardine zu holen, denn der will nicht im Käfig bleiben sondern ist mit sehr viel Ehrgeiz dabei überall hin zu kommen. Sie bekamen dann beide gleich ein Dampfbad mit Kamille verpasst und danach habe ich Maxi auch nicht mehr "niesen" gehört.

Am Montagmorgen (03.04.2006) war ich mit beiden bei der Tierärztin. Die TA hat bei beiden einen Abstrich vom Rachen gemacht. Das Ergebnis bekomme ich am Mittwochabend. Sie vermutet eine Pilzinfektion, da sie bei Hope ein "Knackgeräusch" von den Luftsäcken gehört hat. Hope bekommt jetzt ein hoch dosiertes Vitamin B wegen seiner Koordinationsprobleme mit seinen Füßen, denn sonst macht er einen guten und munteren Eindruck, d. h. die Augen sind klar.
Hope bekommt nun vorerst jeden Tag einen Tropfen Vitamin B und beide eine 15-Minuten-Sitzung mit der Rotlichtlampe. Das Rotlicht scheint beiden gut zu tun, denn sie bleiben auf ihrem Schlafhaus sitzen, wo ich Hope auch einen Platz mit Futter und Wasser eingerichtet habe. Getrennt sein wollen sie auf keinen Fall, denn dann suchen sie sich gegenseitig.
Mit dem Fliegen geht es bei Hope sehr gut, denn davon lässt er sich einfach nicht abhalten. Er kommt raus, wenn Maxi nicht bei ihm ist und ruft, wenn er Maxi nicht mehr sieht. Klettern tut er mit großem Ehrgeiz und Willen. Ich stehe dann vor dem Käfig und hoffe, dass ihm nichts passiert, was auch der Fall ist. Er scheint einen sehr starken Willen zu haben. Ich lasse ihn jetzt einfach von meiner Hand auf den Käfig fliegen, denn da kann er gut landen und ich muss ihn nicht aus der Gardine raus holen, denn er verkrampft total seine Füße.
Am Mittwochabend (05.04.2006) lag noch keine eindeutiges Ergebnis vor.

Am Donnerstagabend (06.04.2006) bekam ich das Ergebnis vom Abstrich. Bei Maxi gibt es keinen Befund und Hope hat einen Schimmelpilz. Nach Rücksprache mit der TA kann ich das Rotlicht ruhig 3 bis 4 mal am Tag anbieten. Die Verkrampfung bei Hope scheint etwas besser zu sein. Er sitzt jetzt nicht mehr nur auf dem Schlafhaus sondern auch auf den Sitzstangen.
Am Freitag (07.04.2006) habe ich wieder einen TA-Termin. Ich werde Maxi und Hope noch mal mitnehmen, da sie mir etwas zu leicht vor kommen (Maxi 48 Gramm und Hope 50 Gramm). Vor allem merkt man den Brustbeinknochen. Mal sehen, was die TA meint.
Ich war am Freitag (07.04.2006) noch mal mit Maxi und Hope bei der TA. Hope hat Aspergillose. Ich möchte nur gerne wissen woher. Er bekommt jetzt jeden Tag (für die nächsten 14 Tage) 0,1 Tropfen Sempera. Ich hoffe, dass es dann besser wird.
Jeden Tag gibt es zweimal Rotlicht (1x wenn ich nach Hause komme und 1x vor dem Schlafen gehen). Maxi und Hope sind ganz verrückt danach und sitzen zusammen auf dem Schlafhaus.
Wegen dem Gewicht brauche ich mir keine Sorgen zu machen, es kann schon mal sein, dass die Vögel etwas abnehmen. Ich soll es aber beobachten.
Neben dem Sempera bekommt Hope noch den Vitamin-B-Tropfen, der wohl nicht besonders gut schmeckt, obwohl ich ihn sehr wohlriechend finde. Hope schüttelt danach den Kopf. Sempera schmeckt dagegen wohl nicht schlecht.
Ich habe mir bei der TA auch Bird Bene Bak besorgt und werde nach RS mit der TA Maxi und Hope einmal in der Woche damit versorgen.
Die Verkrampfung bei den Füssen von Hope wird besser. Er sitzt jetzt wieder auf den Sitzstangen und kann auch besser laufen. Ich hoffe, dass Hope wieder ganz gesund wird.
Die TA meinte auch, dass die Ursache von dem Pilz evtl. in der trockenen Raumluft zu suchen ist, nachdem das Futter als Ursache definitiv ausgeschlossen werden konnte. Ich werde mich jetzt mal über Raumluftbefeuchter informieren.
Nach Rücksprache mit Siggi März sind Raumluftbefeuchter nur bedingt geeignet, da es sich hierbei um problematische "Dreckschleudern" handeln kann. Besser wäre ein Luftreiniger bzw. Ionisator.

Die Probleme nehmen kein Ende. Hope geht es inzwischen besser. Ich lasse sie sicherheitshalber noch in der Transportbox schlafen, da ich noch etwas Angst habe, dass Hope von der Sitzstange fällt. Die abgedeckte Box steht bei mir im Schlafzimmer auf dem Schreibtisch und das Fenster ist gekippt (Rollladen offen). Gleiches gilt für die Fenster in Küche und Bad (bei geschlossenem Rollladen).
Heute morgen um 4:00 Uhr (11.04.2006) wurde ich wach und hörte Maxi pfeifend atmen (bei einem Mensch hört es sich wie Atmen durch eine verstopfte Nase an). Ich habe gleich ein nasses Handtuch über die Box und später über den Käfig gelegt. Ich war dann heute morgen gleich bei der TA und bekam leihweise einen Pari Boy zum Inhalieren und Imaverol. Ich hoffe, dass es nach 14 Tagen besser wird.
Den Vogelkäfig habe ich nach dem TA-Besuch gleich mal ins Badezimmer gestellt, da dort den ganzen Tag das Fenster gekippt ist. Maxi atmete auch etwas ruhiger, nachdem wir von der TA zurück kamen.

Maxi ist gestern Abend (11.04.2006) über die Regenbogenbrücke gegangen.

Ich teile übrigens die Vermutung von Siggi März, dass er eine Erkältung evtl. Lungenentzündung hatte. Ich vermute, dass Maxi gebadet hatte und innerlich noch "patschnass" war und ich auf Grund seines trockenen Gefieders gelüftet und einen Durchzug in der Wohnung produziert habe und sich Maxi dabei eine Erkältung geholt hat. Verwunderlich ist nur, dass Maxi außer den Atemproblemen keine Krankheitszeichen gezeigt hat. Er war in den vorherigen Tagen eigentlich wie immer. Hat gefressen und getrunken und ist in der ganzen Wohnung rum geflogen. Die Symptome waren einfach ganz anders als bei Moritz (der hatte ja auch einmal Probleme mit Aspergillose, die vollständig behoben werden konnten) und bei Hope. Ich habe gestern Abend (11.04.2006) mit Maxi und Hope inhaliert und danach den Käfig mit einem nassen Handtuch abgehängt und dieses mit der Rotlichtlampe bestrahlt. Maxi gefiel dies aber gar nicht. Er hat sich in die hinterste Ecke des Schlafhauses auf dem Käfigboden verzogen. Hope saß direkt hinter dem Handtuch und genoss das Rotlicht. Ich habe dann Maxi aus dem Käfig raus genommen und in meiner Hand sitzen. Ich merkte, dass es ihm gar nicht gut ging. Ich habe mit ihm gesprochen und zu ihm gesagt, dass er gehen soll, wenn er nicht mehr mag. Er ist dann friedlich eingeschlafen. Maxi ist jetzt mit Moritz, Momo und Kathi im Kathi-Himmel vereint.

Hope hat den Tod von Maxi zwar zum Glück nicht direkt mit bekommen, aber er sucht ihn natürlich. Ich hoffe, dass Hope jetzt nicht schlapp macht und gesund wird. Da es mir nicht gestattet sein soll glückliche Momente mit Katharinasittichen zu erleben, möchte ich Hope abgeben und suche jetzt einen schönen Platz in einem Schwarm. Ich würde dann gerne auch die Patenschaft für Hope übernehmen. Siggi März wird mir dabei behilflich sein.
Gestern Abend (12.04.2006) wollte ich den Pari Boy bei der TA abgeben. Nach Rücksprache mit der TA meinte die TA-Gehilfin, dass ich das Gerät noch behalten und mit Hope inhalieren soll. Dies werde ich jetzt auch erst einmal 14 Tage lang tun.
Hope hat die letzten Tage ganz gut überstanden und er macht einen munteren Eindruck. Er frisst und trinkt gut. Die Füße funktionieren auch wieder ganz gut. Nur manchmal, wenn er etwas hektisch ist, bleibt er mit den Füßen am Käfiggitter hängen. Die tägliche Inhalation mit Imaverol läuft problemlos und er nimmt auch seine Medizin Sempera und den Vitamin B-Tropfen.

Maxi ist heute (18.04.2006) fast eine Woche nicht mehr da, aber es tut immer noch sehr weh und er fehlt mir sehr. Ich werde für den Rest meines Lebens ein Freund von Katharinasittichen bleiben, aber der Tod von Maxi hat mich dazu bewogen Hope in einen Kathi-Schwarm und in gute Hände ab zu geben. Maxi war ein kleiner Filou der durch den Tod von Moritz, Momo und Kathi im Jahr 2005 sehr viel leiden musste, dies aber jedes Mal erstaunlich gut weg gesteckt hat. Er hatte deswegen eine enge Beziehung zu mir und in der Wohnung seine Lieblingsplätze. Die Küche fand er sehr interessant, da es da mit dem Herd, dem Wasserkocher und einem Kupferkessel schöne glänzende Objekte gab, in denen man sich sehen konnte. Zum Schluss war es sogar so, dass ich mit Maxi auf meiner Schulter sitzend durch die Wohnung spazierte. Eine weitere Lieblingsbeschäftigung von Maxi war telefonieren. Dies hat er sich vom Nymphensittich Gigi meiner Eltern abgeschaut. Gigi fängt nämlich sofort an sein gesamtes Repertoire an Tönen und Melodien zu pfeifen, wenn man ihm einen Telefonhörer vor den Schnabel hält. Maxi plapperte also auch drauf los, wenn er einen Telefonhörer vor dem Schnabel hatte. Besonders ausgiebig und lautstark waren die Telefongespräche zwischen Maxi und Gigi. Mit Hope sollte im Oktober 2005 eigentlich endlich Ruhe und Frieden ins Leben von Maxi eintreten. Hope hat sich als passender Zweitvogel erwiesen. Jetzt ist Hope übrig und ich bin wieder mit meinem Latein am Ende. Deshalb die für mich sehr schwere Entscheidung zur Abgabe von Hope.

Landau, den 18. April 2006.

nach oben
www.katharinasittiche.de - © 2002 - 2016 Sigrid & Hendrik März
xhtml  css
zum Forum Katharinasittichnetzwerk.de
Buch
zooplus.de