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Käfig oder Voliere?

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Allgemeines

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit werden die Katharinasittiche schnell zutraulich und untersuchen getrieben durch ihre immense Neugierde die Umgebung. Diesem Erkundungsdrang sollte man mit einer ausreichend großen Unterbringung sowie mit Freiflug in der Wohnung entgegenkommen.
Aber was ist "ausreichend groß"?

Im Tierschutzgesetz (Bund, i. d. F. der Bek. vom 25. Mai 1998) heißt es :
"Tierhaltung, § 2
Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

  1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
  2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
  3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen."

Es ergibt sich jedoch das Problem, dass jeder einzelne Halter von Sittichen oder anderen Tieren Adjektive wie angemessen und verhaltensregerecht äußerst subjektiv betrachtet und für sich definiert.

Deshalb hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten am 10. Januar 1995 die Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien auf Basis eines Gutachtens über die tierschutzgerechte Haltung von Vögeln verabschiedet. Dies dient Papageienhaltern zur Überprüfung der eigenen Haltungsbedingungen unter Berücksichtigung der Vorgaben des Tierschutzgesetzes. Speziell für Sittiche bis 25 cm Gesamtlänge gelten folgende minimalen Maße für Käfige und Volieren:
1,0 m x 0,5 m x 0,5 m (Länge x Breite x Höhe)
Des weiteren ist zu lesen: "Die angegebenen Maße für Käfige oder Volieren gelten für die paarweise Unterbringung und dürfen auch bei begründeter Einzelhaltung nicht unterschritten werden. Die Grundflächen sind je weiteres gehaltenes Paar um 50% zu erweitern. Käfige sind in mindestens 80 cm Höhe aufzustellen." (II. Spezieller Teil, A. Allgemeine Haltungsansprüche, Abschnitt 2)

Diese Empfehlung setzt natürlich täglichen Freiflug der Vögel in einem entsprechend dimensionierten Raum voraus. Denn für die ständige Unterbringung eines Katharinasittichpaares ist ein halber Quadratmeter Grundfläche viel zu wenig. Viele Halter und Züchter sehen einen bis anderthalb Quadratmeter Grundfläche pro Paar als absolutes Minimum für eine dauerhafte Haltung der Katharinasittiche an.

Arndt (1986) schreibt: "Die Unterbringung scheint bei den meisten Dickschnabelsittichen von größerer Bedeutung als bei vielen anderen Papageienarten zu sein. Ihre geringe Größe verleitet bislang viele Züchter dazu, sie ähnlich den Agapornis-Arten oder Sperlingspapageien in kleinen Volieren oder Kistenkäfigen unterzubringen. Damit wird man aber nicht ihrem lebhaften Wesen gerecht, dass sie erst in einer geräumigen Flugvoliere zeigen. (...) Die Chancen auf einen Bruterfolg sind bei B. lineola und B. aymara in einer geräumigen Voliere merklich größer.
Ideal sind Freivolieren mit einem anschließenden Schutzhaus. Pro Paar sollte die Mindestgröße 2,5 Quadratmeter nicht unterschreiten, und für jedes Paar sollte man bei einer Gemeinschaftshaltung einen Quadratmeter hinzurechnen."

Und weiter: "Die meisten Züchter bringen ihre Sittiche in einer Voliere unter, was dem Wesen der kleinen Katharinasittiche entgegenkommt. Sie sind hier bedeutend lebhafter. Bei einer Haltung in Kistenkäfigen sollten diese nicht zu klein sein und die Maße von 1,2 m x 0,6 m x 0,6 m nicht unterschreiten."

Käfig

Entscheidet man sich für die Haltung seines Katharinasittichpaares in einem Käfig, so sollte dieser also mindestens einen Meter lang sein. Höhe und Tiefe spielen eine eher untergeordnete Rolle und ergeben sich meist automatisch aus der Länge. Im Handel werden viele schöne und praktikable Vogelheime angeboten. Es gibt beim Kauf einiges zu beachten:

Kaefig
Kaefig Kaefig Dies ist ein Beispiel eines schönen Vogelheims für ein Katharinasittichpaar. Der Käfig hat die Maße 100 cm x 60 cm x 90 cm (Länge x Breite x Höhe).

Der Standort der Vogelunterkunft sollte mit Bedacht gewählt werden. Denn sind die Tiere erst einmal eingezogen, bringt ewiges Umstellen zu viel Unruhe in das Sittichleben. Gut geeignet sind Räume in einer Wohnung, in denen sich der Halter oft aufhält, z. B. das Wohn- oder Arbeitszimmer. So haben beide Parteien etwas voneinander - sowohl der Halter als auch die Vögel. Zudem können die Katharinasittiche unter Aufsicht ihren Freiflug genießen. Dieser sollte täglich mehrere Stunden gewährt werden. Denn auch wenn Katharinasittiche viel Dösen und Schlafen, so staut sich in einer beengten Unterkunft über den Tag viel ungenutzte Energie auf, die früher oder später durch Herumfliegen und -toben abgebaut werden muss.
Nicht geeignet als Standort für das Sittichheim sind Küche, Schlafzimmer oder dunkle Flure. Letzteres erklärt sich von selbst. Aus hygienischen Gründen (Gefiederstaub, Vogelkot, Spelzen, ...) ist eine Haltung der Tiere im Ess- und Schlafbereich ungünstig. In der Küche entstehen beim Kochen Dämpfe, denen die empfindliche Vogellunge unter keinen Umständen ausgesetzt werden sollte. Besonders erwähnenswert hierbei sind PTFE-Dämpfe, die bei Überhitzung von antihaftbeschichteten Pfannen ausdünsten und einen Sittich innerhalb weniger Stunden töten können. Mehr hierzu lesen Sie auf der VWFD-Seite.

Der Standort des Käfigs sollte noch weitere Bedingungen erfüllen:

Freiflug ist Pflicht! Nur bei ausreichender Bewegung sind Ihre Tiere auch auf Dauer fit und gesund. Und selbst wenn im Käfig viel geklettert und getobt wird, ersetzt dies nicht die Runden im vogelsicheren Zimmer. Was bedeutet vogelsicher?

Voliere

Wo hört der Käfig auf - wo fängt die Voliere an? Ab welcher Größe ist ein Käfig eine Voliere? Diese Fragen lassen sich nicht so einfach beantworten und sind meines Wissens auch nicht definiert.
Daher habe ich für mich entschieden, dass eine Voliere dann eine Voliere ist, wenn der Halter sie komplett betreten und in ihr hantieren kann. Dafür muss natürlich nicht nur eine gewisse Grundfläche sowie Höhe gegeben sein, sondern auch (mindestens) eine entsprechend dimensionierte Tür.

Für die dauerhafte Unterbringung eines Paares Katharinasittiche ist eine Voliere mit zwei Metern Länge absolutes Minimum. Wird täglich Freiflug gewährt, können auf zwei Quadratmetern auch zwei bis drei Paare gehalten werden.

Für den Standort einer Innenvoliere gelten die gleichen Aspekte wie für den Käfig. Aufgrund der Größe der Unterkunft und der möglichen Begehbarkeit erübrigt sich die erhöhte Aufstellung.
Optisch ansprechende und zugleich praktikable Volieren sind im Handel in unterschiedlichsten Maßen und Ausführungen zu finden. Sowohl Metall- als auch Holzvolieren sind für Katharinasittiche geeignet, da sie ihre Unterkunft bei ausreichender anderer Beschäftigung in Ruhe lassen. Unsere Holzvolieren wurden nie benagt. Bei Metallvolieren sollte auf Ungiftigkeit des Gitters geachtet werden. Am besten, man verwendet zinkfreies Material wie z. B. Edelstahl. Ansonsten sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ideen und Tipps zur artgerechten Einrichtung der Voliere finden Sie im Unterpunkt Einrichtung.
Einige Beispiele für Holzinnenvolieren sind im Folgenden abgebildet. Für eine größere Ansicht klicken Sie das entsprechende Bild an:

Voliere   Voliere
Holzvolieren mit jeweils 1 m Höhe und 1 m Tiefe. Links ist die Variante mit 1 m Länge, rechts mit 2 m Länge zu sehen.
Voliere
Eine ähnliche Voliere mit 3 m Länge und ansonsten gleiche Ausdehnungen wie die beiden Exemplare oben.
Voliere   Voliere
Weitere Volierenbeispiele: Metall (links) und Holz (rechts).

Möchte man sich für den Kauf einer großen Vogelvoliere nicht in extreme Unkosten werfen, empfiehlt sich der Selbstbau des Sittichheims. Neben den meist günstigeren Materialkosten hat der Eigenbau auch den Vorteil, dass man die Voliere den baulichen Gegebenheiten des Zimmers, in welcher der Bau stehen soll, perfekt anpassen kann. Zudem kann man sich alle Eingänge, Flugtüren und Futtermöglichkeiten so legen, wie man sie am liebsten haben möchte. Mit ein wenig handwerklichem Geschick lässt sich so in einem überschaubaren Zeit- und finanziellen Rahmen ein tolles Ergebnis erzielen. Schöne Vorschläge zum Käfig- und Volierenbau finden Sie u. a. auf der Seite des VWFD.

Auch eine Haltung in Außenvolieren ist möglich. Wichtig ist ein Schutzhaus, welches im Winter frostfrei gehalten werden sollte. Es sollte zudem trocken und gut gegen Wind und Regen isoliert sein. Auch ein Teil der offenen Voliere sollte windgeschützt sein. Zudem empfiehlt sich eine partielle wenn nicht gar komplette Überdachung der Voliere zum Schutz gegen Vogelkot neugieriger Wildvögel.
Doppelte Verdrahtung verhindert, dass räuberische Säuger aller Art die Vögel durch das Gitter angreifen und verletzen können. Ein festes Fundament sowie eine lückenlose Abriegelung sowohl des Außenteils als auch des Schutzhauses hält Futterschädlinge wie Ratten und Mäuse fern.
Inwieweit eine Bepflanzung der Voliere mit ungiftigem Laubgehölz oder Sträuchern den neugierigen Sittichschnäbeln standhält, sollten Sie ausprobieren. Ansonsten sind der Fantasie bei der Einrichtung der Voliere keine Grenzen gesetzt.

Vogelzimmer

Die Haltung seiner Tiere in einem eigens hierfür hergerichteten Zimmer ist wohl eine eher ungewöhnliche Unterbringung, soll der Vollständigkeit halber dennoch vorgestellt werden.
Auch hier müssen etliche Aspekte berücksichtigt werden:

Als Beispiel für ein Vogelzimmer für einen Schwarm Katharinasittiche und Wellensittiche möchten wir Ihnen unser eigenes Vogelzimmer vorstellen. Da die Beschreibung dieses Zimmers sowie dessen Einrichtung etwas ausführlicher ist, finden Sie sie auf einer extra Seite: Vogelzimmer.

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