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Koloniebrut

Bei den Katharinasittichen ist eine Koloniebrut meist ohne Probleme möglich. Wie bei einer Katharinasittichschwarmhaltung sowie einer Gemeinschaftsvoliere mit anderen Sitticharten ist viel Platz Pflicht. So können sich die Tiere - sofern nötig - aus dem Weg gehen. Rosemary Low (1983) betont, dass eine Koloniehaltung die Brutbereitschaft der Katharinasittiche stark fördert. Einzeln gehaltene Paare schritten bei ihr nur zögerlich oder gar nicht zur Brut. Einen weiteren Vorteil der Koloniebrut führt Low an: Man braucht sich dann keine Gedanken mehr um die Bestimmung der Geschlechter zu machen. Denn in einer Voliere mit einem Schwarm von Katharinasittichen können sich die Paare zwanglos finden.
Da jedoch die Intention einer Zucht unter Umständen das Erreichen eines bestimmtem Farbschlags ist, ist dazu eine konkrete, geplante Verpaarung zweier Einzeltiere nötig. Um trotzdem nicht auf eine Koloniebrut verzichten zu müssen, schlägt Lägel (Buxtehude) vor, dieses Paar das erste Mal in einer Box ziehen zu lassen. Dabei sollte in den ersten 14 Tagen nach Zusammensetzen kein Nistkasten angehängt werden, da es sonst bei Unverträglichkeit der Tiere zu heftigen Auseinandersetzungen kommen kann. Haben sie einmal erfolgreich Junge gezogen, bleiben sie danach in den meisten Fällen auch in einem Schwarm zusammen.

Ab und zu wird von Paaren berichtet, die sich mit einem weiteren Paar einen Nistkasten teilen (Wagner 1998). Bei Läuser (Arndt 1986) teilten sich zwei Weibchen einen Hahn, wobei beide gemeinsam in einem Kasten brüteten. Auch Weber (1992) berichtet ähnliches. Ebenso kann beobachtet werden, dass Junge der vorangegangenen Brut sowie auch völlig unbeteiligte Vögel die Küken der neuen Brut füttern. Dies wird von den meisten Eltern geduldet (Wagner 1998).

Probleme treten hin und wieder auf, wenn überzählige Männchen das Brutgeschehen behindern. Dies kann sich darin äußern, dass diese Tiere in die Nistkästen eindringen und das Gelege zerstören oder Paare angreifen. Derartige Störenfriede sollten für die Zeit der Brut aus der Voliere entfernt werden (de Grahl 1985).
Ebenso können dominante Paare durch ihr Verhalten die Brut anderer Paare komplett unterbinden. So brütet bei Röder (Büdingen) bei einer Kolonieunterbringung meist nur ein dominantes Paar. Bei Henig (Rottendorf) sind solche dominanten Vögel jedoch sehr selten. Dennoch sollten auch sie um des Friedens willen die Möglichkeit erhalten, alleine zu brüten. Dies ist bei diesen Paaren dann auch kein Problem.

Im Allgemeinen nimmt die Streitlust der Katharinasittiche während der Brutzeit zu. Besonders die Hähne zanken sich lautstark und unterstrichen durch einschüchternde Drohgebärden um die attraktivsten Brutplätze. Bei dominanten Paaren werden für die Zeit der Brut weder Artgenossen noch artfremde Tiere am Kasten geduldet. Daher gilt auch für die Katharinasittiche (wie bei allen Papageien, bei denen Koloniebrut möglich ist): mindestens doppelt so viele Nistkästen anbringen wie sich potentielle Brutpaare in der Voliere befinden. Sie sollten zudem alle auf einer Höhe angebracht werden (Alderton 1997).
Bereits besetzte Brutkästen werden verteidigt (Nixdorf/Wolfsburg). Koch (Kürten) dagegen spricht von einer Revierverteidigung rund um den Brutkasten, welche jedoch nur während der Auswahl des Kastens zu beobachten ist, später dagegen nicht mehr. Bei einem anderen Paar Katharinasittiche wird die Henne beim Verlassen des Kastens vom Hahn sofort wieder ins Nest gejagt (Röder/Büdingen).
Nur selten haben solche Streitereien ernsthafte Verletzungen zur Folge.

Anders ist dies jedoch bei auffällig aggressiven Tieren, die es auch unter den Katharinasittichen gibt. Nixdorf (Wolsburg) z. B. besitzt einen Hahn, der seine Jungen etwa drei Tage nach Schlupf tötet und auch die verteidigende Mutter verletzt. Dabei scheint das aggressive Verhalten bei diesem Tier durch die Bettellaute der Küken ausgelöst zu werden. Solche Tiere sollten Sie nicht erneut zur Brut zulassen und zudem während einer Koloniebrut aus der Gemeinschaftsvoliere entfernen, um nicht auch andere Tiere zu gefährden.
Auch Franz Pfeffer (Plattling) erzählte mir, dass es immer wieder unruhige, aggressive Tiere gibt. Während der Brut scheint sich dieses Verhalten oft noch zu verstärken.

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