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Nistkasten

Im Gegensatz zu dem Rest der Gattung Bolborhynchus brüten die Katharinasittiche nicht in sandigen Wänden, selbstgegrabenen Höhlen oder Erdlöchern, sondern in Baumhöhlen. Daher wird ein angebotener Nistkasten meist ohne Probleme angenommen. Sowohl horizontal als auch vertikal angebrachte Wellensittich- oder Großsittichnistkästen werden akzeptiert. Dabei wird das Einschlupfloch meist selbständig auf sechs bis sieben Zentimeter erweitert.

Bevorzugt werden jedoch nach Angaben verschiedener Züchter Nistkästen, die durch eine oder mehrere Zwischenwände in verschieden große Kammern unterteilt sind (u. a. Wagner 1998).

Kasten
Nistkästen mit unterschiedlich alten Küken: Die beiden vorderen Kästen sind unterteilt.

Arndt (1986) schreibt dazu: "In Dänemark hatte man besonderen Erfolg mit einem Nistkasten (20 cm x 20 cm Bodenfläche x 30 cm Höhe), der durch einen Zwischenboden in 15 cm Höhe in Kammern aufgeteilt wird. Die untere Kammer kann durch ein Loch in einer Ecke des Zwischenbodens erreicht werden. Sie ist die eigentliche Bruthöhle. Zusätzlich ist vor dem Kasten in Höhe der oberen Kammer eines Holzröhre von 5 cm Durchmesser und einer Länge von 30 cm bis 100 cm angebracht, durch die die Sittiche überhaupt erst den Nistkasten erreichen. Diese Nistkästen sind in der unteren Brutkammer sehr dunkel. Hierdurch und auch durch ihre Konstruktion imitieren sie die Naturbauten der Dickschnabelsittiche recht gut." Auch Röder (Büdingen), Henig (Rottendorf) und Lägel (Buxtehude) verwenden unterteilte Kästen und können sich über hervorragende Zuchtergebnisse freuen.
Über eine ungewöhnliche Alternative berichtet Nixdorf (Wolfsburg). Er bietet seinen Vögeln Nistkästen mit Zugang von unten an. Diese werden gut angenommen.
Bauer (1990) stellt seinen Vögeln als Nistgelegenheit einen Naturstamm mit einer Höhe von etwa 40 cm und einem Innendurchmesser von etwa 20 cm zur Verfügung.

Kasten
Blick in einen geteilten Nistkasten.

Als Bodenbelag im Nistkasten dienen Torfmull, feines Buchenholzgranulat oder Sägespäne. Angebotenes Nistmaterial wird aber oft von den Katharinasittichen entfernt. Eines meiner Paare beispielsweise zieht bevorzugt in einen Kasten ein, der bis knapp unter den Deckel mit Buchenholzgranulat und Papierschnipseln gefüllt ist. Die nächsten Tage verbringen die Tiere dann damit, den Kasten Schnipsel für Schnipsel zu leeren, bis nur noch eine flache Schicht an Material den Boden bedeckt. Erst dann wird das erste Ei abgelegt.
Akzeptiert werden auch Kokosfasern, die zu nestähnlichen Gebilden geformt oder aber einfach in eine Ecke geschoben werden. Teilweise tragen Katharinasittiche Nistmaterialien wie kleine Federn oder Weidenrinde selber ein (Vriends 1999). Das jedoch ist eher selten zu beobachten.

Die Wahl des Nistkastenbelags sei gut überlegt. Lange Fasern können zu Verletzungen des Nachwuchses und des Elternpaares führen, wenn Gliedmaßen abgeschnürt werden. Gerade Küken wuseln viel im Kasten herum. Die Gefahr, dass sich lange Fäden und Fasern um den Körper oder den Hals der Jungtiere legen, ist nicht zu unterschätzen.
Des Weiteren konnte ich beobachten, dass als Untergrund eingebrachte Kleintierstreu zu Reizungen der Augen- und Nasenschleimhäute der brütenden Henne führte. Vermutlich staubt die Streu zu stark. Erst nach Wechsel zu grobkörnigerem Buchenholzgranulat verschwanden die roten Schwellungen an Augen und Nase.

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